Raymond van Barneveld – Die Darts Legende einer ganzen Nation

Raymond van Barneveld ist in den Niederlanden eine Ikone. Was Boris Becker im Tennis für Deutschland ist, ist RvB für die Niederlande im Darts. In diesem Blogbeitrag möchten wir der Darts Legende aus Holland huldigen und etwas genauer auf seinen Werdegang eingehen. Zudem lohnt sich ein Blick in die Zukunft. Denn jüngst hat Raymond van Barneveld bekannt gegeben, dass er nochmal angreifen möchte. Die myDartpfeil-Biographie zu Raymond van Barneveld gibt zudem Aufschluss darüber, was der heute 53-jährige für einen Stellenwert in seiner Heimat besitzt. Es zeigt, dass Darts dort vielmehr ist, als nur eine einfache Sportart unter vielen.

Lesezeit: 4 Minuten

Die Anfänge von Raymond van Barneveld im Darts

Raymond van Barneveld ist mit Phil Taylor vermutlich die Darts Legende der Neuzeit. Barney wurde am 20. April 1967 in Den Haag geboren. Seine Erfolge begannen Mitte der 90er Jahre. Zum ersten Mal gelang es Raymond van Barneveld im Jahr 1995 das Finale einer Weltmeisterschaft zu erreichen. RvB war in dieser Zeit die unangefochtene Nummer eins der BDO. Grund hierfür war aber auch, dass Phil Taylor bei der PDC, dem Konkurrenzverband der BDO aktiv war.

Raymond van Barneveld in seinen jungen Jahren

Raymond van Barneveld ist ein sensibler Mensch und Dartspieler, dies zeigt sich auch immer wieder an seiner Art und Weise wie er Dart spielt. Trotz seiner wahnsinnigen Erfolge gelang es ihm nicht immer den Kopf auszuschalten, um alles um ihn herum ausblenden zu können. Dennoch: gerade diese Menschlichkeit zeichnete van Barneveld über all die Jahre aus – insbesondere in Momenten der Niederlagen, in denen er Größe bewies.

 

Barneys Erfolge bei der BDO

Seine Erfolge bei der BDO sind bis heute natürlich unumstritten. Bei der BDO gewann Raymond van Barneveld insgesamt vier WM-Titel in den Jahren 1998, 1999, 2003 und 2005. Ein Jahr später folgte dann die Entscheidung zur PDC zu wechseln – auch aus finanziellen Gründen. Hier kam es dann zu einem Duell, welches sich über die Jahre hinweg aufgebauscht hatte. Denn die BDO, mit Raymond van Barneveld, und die PDC, mit Phil Taylor, sagten beide, dass sie den besten Dartspieler in ihrem Verband haben.

Nach dem Wechsel von van Barneveld zur PDC gab es nun die Gelegenheit diese Frage ein für alle Mal zu klären. Und so kam es wie es kommen musste.

 

Der Wechsel zur PDC und der WM Erfolg 2007

Nach seinem Wechsel zur PDC kam es bei der Darts WM 2007 dann zum groß herbeigesehnten Finale zwischen den beiden Legenden schlechthin. Im wohl bis heute besten Darts Match der Geschichte schlug Raymond van Barneveld den Rekordweltmeister Phil Taylor im Sudden Death Leg. Jeder, der dieses Match live und in Farbe vor dem Bildschirm miterlebt hat, wird noch heute gerne an einen einzigartigen Krimi zurückdenken.

RvB mit Phil Taylor

Doch mit dem Erfolg noch nicht genug, denn nach der WM wurde RvB in seiner Heimat am Flughafen von tausenden Fans empfangen. Es lässt sich ohne Zweifel sagen, dass Raymond van Barneveld den Dartsport in den Niederlanden zu einer Nationalsportart geformt hat. Dies bestätigen auch Aussagen von der heutigen Nummer eins der Welt. Landsmann van Gerwen sagte beispielsweise, dass der Aufschwung der vielen jungen Spieler in Holland vor allem damit zu begründen ist, dass van Barneveld sie erst dazu gebracht hat.

 

Raymond van Barneveld – vom Briefträger zum Weltmeister

Bemerkenswert im Werdegang RvB´s: Bevor er seinen ersten WM Titel gewann, war er noch als Briefträger berufstätig. So änderte sich damals sein gesamtes Leben mit einem Schlag: mit dem Höhepunkt Phil Taylor in einem WM-Finale zu besiegen.

In dieser Zeit war Raymond van Barneveld ohne Zweifel in der besten Phase seiner Karriere, denn auch sein erster 9-Darter vor laufenden Kameras fiel nach dem Wechsel zur PDC im Jahr 2006.

 

Karriereende und Comeback Ambitionen

Im Jahr 2020 war dann erst einmal Schluss mit der großen Karriere des Niederländers. Schon das ganze Jahr über war klar, dass nach der WM 2020 wohl Schluss sei mit der Karriere. Der Druck, der auf seinen Schultern lastete, war scheinbar zu groß. Denn nach einem schwachen Jahr verlor van Barneveld auch noch sein Erstrundenmatch und beendete ohne Glanz und Gloria seine Karriere. Doch wer den Holländer kennt, der weiß, dass sein Ehrgeiz nicht gestoppt ist. So kam es, wie es kommen musste. Vor kurzer Zeit gab van Barneveld bekannt, dass er an der Q-School 2021 noch einmal teilnehmen möchte, um sich die Tour Card zu sichern. Es kam zu diesem Zeitpunkt wie aus dem Nichts.

Scheinbar hat van Barneveld es einfach ausgehalten mit einer solch schwachen Leistung seine großartige Karriere zu beenden. Also versucht er es noch einmal und möchte der Welt zeigen, dass er noch immer zu den besten Spielern der Welt gehört. Der Weg dorthin ist weit für RvB. Zudem ist es fraglich, ob er die Leistungen, die er von sich selbst erwartet, auch abrufen kann. Ein Versuch ist es aber allemal wert. Schließlich verlernt man auch im Alter nicht das Werfen der Dartpfeile.

RvB freut sich, weil er gewonnen hat. Er streckt seine arme aus und schaut nach oben

 

Die Raymond van Barneveld Darts

Raymond van Barneveld war nicht nur ein großartiger Dartspieler. Nein, er war auch ein echter Publikumsliebling. Nicht umsonst sind die Raymond van Barneveld Darts in jeder Vitrine von Sammlern gut aufbewahrt. Und jetzt kehrt Barney zurück. Und auch dies bedeutet, dass es wieder neue Comeback-Darts geben wird. Ein neues Stück Dartsgeschichte also.

Auch die Fans huldigten der Dartslegende entsprechend. So war die sogenannte Barney-Army, die Fans von RvB, wie ein zweiter Gegner für die Kontrahenten von van Barneveld. Lautstarke Anfeuerungsrufe für Barney, die es in dieser Form bei kaum einem Spieler gab, zeichneten die Barney Army aus. Besonders bei seinen Heimspielen in den Niederlanden wurde der Nationalheld wie ein Popstar gefeiert.

 

Comeback hin oder her – viel Glück RvB!

Letztlich ist es egal, was aus dem Comeback wird oder eben nicht wird. Wichtig ist erst einmal nur, dass van Barneveld sich gut fühlt. Besser als bei seinem Abschied, dann wird er auch mit Niederlagen leben können. Denn fünf Weltmeistertitel bedeuten Druck und Ehre zugleich.

Es kann eben auch nicht jeder mit einem Auftritt in einem WM-Finale abtreten – wie beispielsweise Phil Taylor. Dies bedeutet aber nicht, dass das Karriereende van Barnevelds weniger wert ist. Jeder Mensch geht mit solchen Dingen eben anders um. Van Barneveld hat sich für das Comeback entschieden. Und bei diesem Vorhaben wünschen wir ihm alles Gute.

Text: Alex Krist / myDartpfeil

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