Dartprofi werden: Wie werde ich selbst ein Dartprofi ?
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Lukas ist Dart Fan der ersten Stunde und seit ĂŒber 10 Jahren passionierter Dartspieler. SpĂ€testens nach dem Besuch der Darts WM 2016 im ehrwĂŒrdigen Alexandra Palace mit seinem spĂ€teren Co-Founder und damaligen WG-Partner Timm war fĂŒr ihn klar: Darts muss auch in Deutschland grĂ¶ĂŸer und bekannter werden. Mit myDartpfeil und dem weltweit einzigartigen Dartpfeil Konfigurator kann sich jeder Dartspieler - von AnfĂ€nger bis Profi - seine eigenen, perfekten Dartpfeile zusammenstellen und individuell gestalten.

Jeder Dartsport Liebhaber hat sich sicher schon einmal vorgestellt, wie es selbst sein muss als Dartprofi sein Geld zu verdienen. Ab und an ein paar Pfeile werfen und dabei zehntausende von Euros kassieren.

Ganz so einfach ist der Weg hin zum PDC-Profi aber nicht. Dennoch gilt grundsĂ€tzlich: Jeder hat die Möglichkeit Dartprofi zu werden. Deshalb sind hierbei nicht nur Talent, sondern auch Fleiß und ein großes Durchhaltevermögen von Nöten.

Der perfekte Weg zum PDC Dartprofi

Gerade in Deutschland gibt es viele Talente, die noch unentdeckt sind. Im Gegensatz zu den DartmÀchten aus England und den Niederlanden gibt es in Deutschland aber noch kein richtiges Scoutingsystem oder Àhnliches.

Aus diesem Grund hat die Professional Darts Corporation (PDC) dafĂŒr gesorgt, dass sich Spieler selbst die Möglichkeit verschaffen können auch mit kleinem Geld in die PDC vorzudrĂ€ngen.

Hierzu hat die PDC die sogenannten Q-Schools ins Leben gerufen. Deshalb kÀmpften im Jahr 2018 im Januar rund 600 Teilnehmer um eine PDC-Tourcard bei den Q-Schools in Wigan und Hildesheim.

Anmeldung zur Q-School

Jeder Dartspieler ab 16 Jahren kann sich an der Q-School anmelden. FĂŒr die britischen Teilnehmer gibt es das Turnier in Wigan. Die deutschen Spieler und jene aus vielen weiteren europĂ€ischen LĂ€ndern können aber an der Q-School in Hildesheim teilnehmen.

Das klingt erstmal sehr vielversprechend. Dennoch muss die PDC darauf achten, dass nicht zu viele Spieler an der Q-School teilnehmen, deren Talent fĂŒr den Proficircuit nicht ausreicht.

Hierzu erhebt die PDC eine einmalige AnmeldegebĂŒhr in Höhe von 400 Pfund. ZusĂ€tzlich werden 50 Pfund fĂ€llig fĂŒr die DRA (Darts Regulation Authority) fĂ€llig. Oder einfacher gesagt: fĂŒr das Schiedsgericht der PDC.

Hintergrund ist, dass durch diesen Betrag Spieler abgeschreckt werden, deren Niveau noch nicht ausreicht. Zudem versucht der Profiverband die StartgebĂŒhr von rund 450 Pfund so festzulegen, dass alle talentierten Spieler an der Q-School teilnehmen können.

Tagessieger und Finalisten erhalten PDC-Tourcard

Jeder hat die Möglichkeit Dartprofi zu werden. Deshalb sind hierbei nicht nur Talent, sondern auch Fleiß und ein großes Durchhaltevermögen von Nöten.

Der Weg zur PDC ist hart umkĂ€mpft und natĂŒrlich wird nicht jeder Dartprofi. Die europĂ€ische Q-School in Hildesheim findet einmalig an vier Tagen im Jahr statt.

Lediglich die vier Sieger dieser Tage erhalten eine Tourcard. Die restlichen Tourcards werden nach der sogenannten „Qualifying School Order of Merit“ vergeben.

Falls ihr jemals mit dem Gedanken gespielt habt eine der begehrten Tourcards zu ergattern, wird euch an dieser Stelle klar werden, dass dazu mehr als nur Talent notwendig sein wird.

Mit einer solchen Tourcard ist es dann möglich die großen Turnierserien der PDC zu spielen, um sich auch unter den namhaften Profis einen Namen zu verschaffen. Genau zu nennen wĂ€ren hier die Players Championship Events.

Wichtig: Die Tourcard gilt fĂŒr zwei Jahre!

Alternative Wege zur PDC: Challenge und Development Tour

Zwei weitere Wege um sich eine PDC Tourcard zu sichern, sind die PDC Challenge- und Development Tour. Die Challenge Tour gibt es seit 2013 und ist fĂŒr all die Dartspieler, die sich bei der Q-School keine Tourcard sichern konnten.

Dazu zĂ€hlen ebenfalls BDO Spieler, die bei der Q-School teilgenommen haben und im Rahmen dessen fĂŒr 6 Monate bei der BDO gesperrt sind. Teilnahmeberechtigt sind allgemein alle Mitglieder der Professional Dart Player Association (PDPA), die keine Tour Card besitzen.

Infobox: Seit 2018 gilt jedoch, dass man an der Q-School teilgenommen haben muss, um sich fĂŒr die Challenge Tour zu qualifizieren.

Die Challenge Tour hat eine eigene Rangliste, die „Challenge Tour Order of Merit“ bei der am Ende der Zweit- und Erstplatzierte jeweils eine Pro Tourcard bei der PDC erhalten. Die PlĂ€tze 3 bis 8 erhalten eine kostenlose Teilnahme an der nĂ€chsten Q-School. Insgesamt gibt es bei der Challenge Tour 20 Turniere im Jahr.

PDC Development Tour

Zudem gibt es seit 2011 die PDC Unicorn Youth Tour – heute bekannt als PDC Development Tour. Gerade diese Tour ist speziell fĂŒr junge Nachwuchspieler zwischen 16 und 23 Jahren.

Die Development Tour hat ebenfalls eine eigene Rangliste, die „Development Tour Order of Merit“ bei der am Ende ebenfalls der Zweit- und Erstplatzierte eine Pro Tourcard erhalten.

Auch hier dĂŒrfen die Spieler der PlĂ€tze 3 bis 8 bei der nĂ€chsten Q-School kostenlos teilnehmen. Das insgesamt ausgezahlte Preisgeld der Development Tour betrĂ€gt seit 2016 190.000 Pfund.

Die vier Turniere in Deutschland werden in Hildesheim ausgetragen. Zudem gab es dieses Jahr eine Neuheit, da der Toursieger Luke Humphries einen direkten Platz bei der PDC Darts-WM als Dartprofi erhalten hat.

Ebenfalls seit dem Jahr 2011 veranstaltet die PDC die World Youth Championship, also die Jugend-Weltmeisterschaft. HierfĂŒr qualifizieren sich die besten Spieler der „Development Tour Order of Merit“ sowie weitere internationale Qualifikanten und Spieler unter 23 Jahren.

Der Sieger der Jugend-WM wird mit einem Startplatz bei der PDC-Weltmeisterschaft belohnt und darf zusammen mit dem Finalisten beim Grand Slam of Darts des folgenden Jahres mitspielen.

Inwiefern spielen Sponsoren fĂŒr einen Dartprofi eine wichtige Rolle?

Gerade zu Beginn einer Tour, in der die Sieger der Q-School teilweise durch ganz Europa touren, ist ein Sponsor von großer Bedeutung. Deshalb ist es ohne einen namhaften Sponsor in der heutigen Zeit kaum mehr möglich zu den Top 64 der PDC vorzustoßen.

Die Top 64 der Order of Merit erhalten automatisch fĂŒr das folgende Jahr eine Tourcard. Somit gilt eine Top 64 Platzierung als ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem Dartprofi.

Aus diesem Grund treten als Sponsoren hĂ€ufig große DartsausrĂŒster oder auch Wettanbieter in Erscheinung. Allerdings sind hier keine Grenzen gesetzt, durch wen ihr am Ende gesponsert werdet.

Aktuelles Beispiel: Der deutsche Softwarehersteller SAP sponsert schon seit letztem Jahr den Dartprofi Rob „The Voltage“ Cross.

Der Druck muss durch den Sponsor genommen werden

Wichtig ist, dass ihr ĂŒber die Tourcard Dauer von zwei Jahren keinen finanziellen Druck verspĂŒrt. Vorallem diese Last soll ein Sponsor dem Spieler abnehmen.

Hinzu kommt aber auch, dass ein Sponsor sich um das perfekte Equipment kĂŒmmert. Nur so ist es dem Spieler letztlich möglich eine Chance auf dem hartumkĂ€mpften Proficircuit als Dartprofi zu bekommen.

Wie hoch sind die Kosten fĂŒr Reisen und Teilnahmen?

Habt ihr es geschafft einen Sponsor an Land zu ziehen, so ist euer Weg zur PDC geebnet. Wichtig ist allerdings, sich von den teils hohen Preisgeldern nicht blenden zu lassen. Gerade dies hat einen bestimmten Grund. Viele Spieler, die gerne Dartprofi werden möchten, unterschÀtzen die anfallenden Reisekosten.

Flug, Verpflegung und Hotel sind die grĂ¶ĂŸten Kostenblöcke, die wĂ€hrend einer Tour auf die Spieler zukommen. Aber nur die besten der Welt werden auch hier durch einen Sponsor finanziell ausreichend unterstĂŒtzt. Viele Spieler zahlen diese Aufwendungen allerdings selbst – und haben so immer Druck Geld einzuspielen.

Anschließend eine einfache Rechnung: Bei einem Hotel fĂŒr zwei NĂ€chte, dem Flug innerhalb Europas sowie den Kosten fĂŒr die Verpflegung fallen schnell mal 250 bis 300€ an.

Diese mĂŒssen natĂŒrlich nicht nur wieder reingespielt, sondern vermehrt werden, um einen Gewinn verzeichnen zu können. Daher ist gerade bei den Preisgeldern wichtig sich nicht blenden zu lassen, um genau zu kalkulieren.

Wie viel verdienen Dartprofis?

Insgesamt ist es aber natĂŒrlich wichtig zu wissen, wie viel ein Dartprofi verdient. Oder anders gesagt: Wie viel muss man verdienen, um vom Dartsport leben zu können.

Grob lĂ€sst sich sagen, dass mit 1200 Pfund pro Monat kalkuliert werden kann. Ihr mĂŒsst also im Jahr 14.400 Pfund in der Order of Merit erspielen, um auch tatsĂ€chlich vom Dartsport leben zu können.

Selbst dann mĂŒsst ihr euren Lebensstandard enorm senken, denn hierbei handelt es sich ja nur um das reine Preisgeld.

Infobox: Kosten fĂŒr Flug, Unterbringung und Verpflegung sind noch nicht abgezogen.

Bei allen BetrĂ€gen, die weit darunter liegen, mĂŒsst ihr euch vermutlich noch mit einem weiteren Nebenjob herumschlagen. Wenn man sich die Oder of Merit der PDC etwas genauer ansieht, wird klar, dass es nötig ist unter die Top 100 Dartspieler der Welt zu kommen.

Alle Spieler außerhalb dieser Top 100 können im Normalfall nicht von den Turnieren der PDC leben – und bis in die Top 100 ist es ein weiter Weg. Die besten Dartspieler seht ihr natĂŒrlich auch regelmĂ€ĂŸig im TV.

Wenn ihr regelmĂ€ĂŸig Darts im TV live verfolgen möchtet, könnt ihr euch ĂŒbrigens euren kostenlosen Probemonat bei DAZN sichern!

Exhibitions zur Aufbesserung

Nichtsdestotrotz gibt es allerdings auch noch weitere Wege, um das Taschengeld ein wenig aufzufĂŒllen. Überwiegend namhafte Spieler verdienen ihr Geld zusĂ€tzlich gerne mit den sogenannten Exhibitions (deutsch: Ausstellung bzw. Schauspiel).

Hierbei wird ein Dartprofi von Privatpersonen, Firmen oder anderen Veranstaltern gebucht. In diesem Fall taucht der Spieler auf, spielt ein oder zwei Stunden gegen Amateure, fĂŒhrt einen Smalltalk, und verschwindet wieder.

Infobox: Nicht selten verdienen Profis so einen Großteil ihrer gesamten Einnahmen.

Verdienste der Top 10 in den letzten beiden Jahren

Ganz anders gestaltet sich natĂŒrlich die Lage bei den Topverdienern der PDC. Besonders die LebenslĂ€ufe und EinkĂŒnfte der zehn besten Spieler der Welt lesen sich natĂŒrlich wie ein Drehbuch.

Vorallem diese Spieler haben es geschafft mit dem Dartspielen richtig viel Geld zu verdienen. Ihnen ist nicht nur der Weg zum Dartprofi gelungen, sondern letztendlich auch zum Spitzenverdiener. Hier sehr ihr die aktuelle Order of Merit, also die Top 10 der Welt:

1 Michael van Gerwen ÂŁ1,562,500
2 Peter Wright ÂŁ769,500
3 Rob Cross ÂŁ735,750
4 Gary Anderson ÂŁ592,000
5 Daryl Gurney ÂŁ457,250
6 James Wade ÂŁ378,500
7 Mensur Suljovic ÂŁ370,250
8 Simon Whitlock ÂŁ341,750
9 Michael Smith ÂŁ315,000
10 Dave Chisnall ÂŁ300,250

Die Order of Merit wird in Pfund gerechnet und gilt fĂŒr die eingespielten Preisgelder der vergangenen zwei Jahre. Daher lĂ€sst sich schnell ausrechnen, dass ein Spieler, der fĂŒnf Jahre in den Top 10 verbracht hat, durchaus als MillionĂ€r bezeichnet werden kann.

Wichtig ist allerdings immer zu beachten, dass das GefĂ€lle, ungefĂ€hr ab Platz 64 immer grĂ¶ĂŸer wird. Wirklich gut leben können vom Dartsport nur die Top 64 der Order of Merit.

Mit welchem Trainingsumfang ist zu rechnen?

Vor allem der Trainingsumfang ist immer wieder ein viel diskutiertes Thema. Grund ist, dass der Dartsport noch immer viel vom Talent abhĂ€ngt – aber eben nicht nur.

Ein talentierter Dartprofi verbringt meist 2-3 Stunden tĂ€glich am Board. FĂŒr andere Spieler ist Darts hingegen wie ein Vollzeitjob. Auch Phil Taylor verbrachte den Tagesablauf so, als wĂ€re Darts ein Vollzeitjob.

Deshalb trainierte er vor großen Turnieren teils acht Stunden am Tag, was er noch heute als Erfolgsrezept bezeichnet.

Worauf legen die Profis beim Training besonderen Wert?

Um Dartprofi zu werden und dem Druck Stand zu halten, mĂŒssen aber auch die Trainingsmethoden darauf angepasst werden. Gerade der Kopf muss frei sein, um die Bestleistungen zum richtigen Moment abrufen zu können. Aus diesem Grund spielt auch das Mentaltraining eine große Rolle.

Mehrere Stunden in der Woche verbringen viele Profis damit, sich von ausgebildeten Mentalcoaches trainieren zu lassen. Nur so könnt ihr als Dartprofi auf den enormen Druck vor tausenden Zuschauern reagieren.

Denn jeder, der bereits Darts gespielt hat, weiß wie zittrig die Hand auf einmal werden kann. Aber es ist ja auch kein Dartprofi einfach so vom Himmel gefallen.

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