Dart Liga und Verbände in Deutschland

Vor allem für Anfänger ist es zu Beginn oftmals schwierig sich im organisierten Dartsport einzugliedern. Neu gegründete Teams haben nicht selten die Schwierigkeit herauszufinden, wo sie sich beispielsweise für den regelmäßigen Ligabetrieb überhaupt anmelden können. Genau aus diesem Grund möchten wir in diesem Beitrag etwas genauer darauf eingehen. Wir erklären euch welche Ligen und Verbände es im deutschen Dartsport gibt. So fällt es Euch dann auch leichter, die richtige Dart Liga zu finden. So könnt ihr dann irgendwann direkt um Ligabetrieb teilzunehmen.

Lesezeit: 4 Minuten

 

DDV – der deutsche Dartverband

DDV Deutscher Dart Verband LogoVor der ersten Dart Liga gibt es den ersten Dart Verband. Der DDV ist so etwas wie der Dachverband des Dartsports in Deutschland. Dabei ist der Verband im Verhältnis zu anderen Sportarten noch relativ jung. Erst im Jahr 1982 entschied man sich den Dachverband für den deutschen Dartsport zu gründen. Mittlerweile ist der Verband stetig gewachsen und zählt heute weit über 10.000 Mitglieder. Der DDV gilt zudem als Ausrichter von etlichen Einzel- und Ranglistenturnieren. Über diese können sich die Spieler auch für die PDC qualifizieren. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die German Masters. Auch die German Open, eines der größten Turniere weltweit, werden vom DDV organisiert und ausgerichtet.

 

Verhältnis zwischen DDV und PDC

Bekanntlich trägt die PDC auch in Deutschland seit Jahren etliche Turniere aus, bei denen die Hallen in Deutschland regelmäßig ausverkauft sind. Dies zeigt, wie sehr der Dartsport in Deutschland boomt. Dennoch lässt die Zusammenarbeit zwischen PDC und DDV noch zu Wünschen übrig. Dies liegt aber vor allem an der PDC. Die PDC wurde ursprünglich dazu gegründet, professionellen Dartspielern zu ermöglichen mit ihrem Sport Geld zu verdienen. Zum Beispiel um somit den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dadurch bleiben Amateurspieler natürlich auf der Strecke. In Deutschland gibt es bislang nur wenige Dartprofis. Deshalb gibt es auch in der Zusammenarbeit zwischen DDV und PDC noch Verbesserungsbedarf. Auch hier wird die Zeit aber sicherlich einige Änderungen  mit sich bringen. Dann wird sich auch die Professionalisierung in Deutschland positiv entwickeln.

 

Dart Liga System in Deutschland

E-Dart Liga und Team DeutschlandEbenfalls vom DDV wird die Bundesliga im E-Dart organisiert. Auch wenn Steeldart und E-Dart oftmals miteinander vermischt werden, handelt es sich grundsätzlich um zwei Sportarten. Dadurch entsteht dann auch die Trennung zwischen der Steeldart- und der E-Dart-Bundesliga. Zudem sind die Bundesligen im E-Dart anders organisiert. Dies liegt vor allem daran, dass E-Darts derzeit in Deutschland noch eine deutlich größere Anhängerschaft hat als Steeldart. Zwar ist auch hier eine Entwicklung zu spüren, die das Verhältnis wohl mit der Zeit ausgleichen könnte. Jedoch ist dies noch der aktuelle Stand der Dinge.

Die Bundesliga im E-Dart unterteilt sich in fünf Ligen. Anders als im Steeldart, dort gibt es nur zwei Ligen. Beim E-Dart gibt es die Bundesliga Hessen, die Bundesliga Süd-West, die Bundesliga Nord-Bayern, die Bundesliga Nordrhein-Westefalen sowie die Bundesliga West. In diesen fünf Staffeln werden somit die fünf deutschen Meister ausgespielt.

Der E-Dartsport organisiert sich im Amateurbereich ebenfalls in den regionalen Verbänden. Kreisliga, Bezirksliga und Regionalliga. Meist stellen diese drei Klassen den Unterbau zur Bundesliga.

 

Bundesliga im Steeldart – Zweiteilung in Nord und Süd

Die Prämien und Preisgelder sind im deutschen Dartsport noch relativ niedrig. Auch haben die Spieler oftmals mit den hohen Reisekosten zu kämpfen. Deswegen gibt es im Steeldart eine Zweiteilung der Bundesliga in Nord und Süd. So sollen die Anreisewege zumindest halbwegs verkürzt werden. In den beiden Bundesligen wird dann um die deutsche Meisterschaft sowie gegen den Abstieg gespielt.

Wenn ein Dart Team aus der Bundesliga absteigt, erfolgt die weitere Organisation in den regionalen Steeldartligen. Hier wären beispielsweise dann die Regionalliga, die Bezirksliga oder die Kreisliga die nächsten Ligen. Je nach Größe und Anzahl der Teams in den regionalen Dartligen.

Es gibt also kein einheitliches Ligensystem in deutschen Steeldart. Dies ist beispielsweise beim Fußball der Fall. Hier befindet sich der Dartsport in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Jedoch wächst mit dem jährlichen Interesse der Menschen am Dartsport auch die Organisationsstruktur beim DDV. Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann ein durchgeplantes Ligensystem eingeführt wird.

 

Super League Darts – das anspruchsvollste Turnier der Deutschen

Robert Marijanovic bei Super League Darts 2018Seit 2013 gibt es die Super League Darts Germany. In dieser Dart Liga messen sich die besten deutschen Akteure in einem Ligamodus. Sie spielen dabei einen Startplatz für die jährliche Weltmeisterschaft im Ally Pally in London aus. 16 Spieler nehmen an dieser Dart Liga teil. In einem Qualifikationsturnier können sich die Dartspieler für die Liga qualifizieren. Natürlich ist das Niveau bei diesem Qualifikationsturnier enorm hoch, ähnlich wie das Startgeld. Vor allem um auch nur die besten in Deutschland teilnehmen zu lassen.

 

Strukturen sind noch ausbaufähig

 Im Vergleich zum Dartsport in England steckt die Sportart in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dies liegt vor allem daran, dass das Interesse jahrzehntelang enorm gering war sich professionell zu organisieren. Zu gering waren die Preisgelder und zu unattraktiv die Turniere. Dies hat sich mit der Steigerung der Bekanntheit in den letzten Jahren geändert. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass sich in den nächsten Jahren einiges tun wird. Erste Dartschulen gibt es bereits, um den Nachwuchs zu fördern. In Bayern wurde Darts beispielsweise schon vereinzelt als Schulsportart etabliert. Auch das Niveau in der jeweiligen Dart Liga steigt ohnehin von Jahr zu Jahr. Dies wird zwangsläufig zur Folge haben, dass sich der gesamte Dartsport in Deutschland mit der Zeit professioneller organisieren wird. Auch nur dann kann man auch international Schritt halten.

Dies betrifft auch die Organisation der Ligen und Verbände. Nur mit einer klaren und eindeutigen Struktur wird es möglich sein, den Dartsport bundesweit zu fördern. Noch ist eine konkrete Änderung nicht in Sicht. Viele Teams, Vereine und Ligen veranstalten ihre Turniere regional und völlig autark. Dies hat zur Folge, dass es dem Dartsport landesübergreifend noch nicht gelingt die Dartspieler zusammen zu bringen. Eines ist jedoch sicher. Mit den stetig steigenden Preisgeldern wird sich auch hier eine positive Entwicklung durchsetzen.

 

Ligen und Verbände müssen zusammenarbeiten

Um die Ziele des Dartsports zu erreichen, ist es auch von Nöten. Jede einzelne Dart Liga und Verbände müssen sich zusammentun, um eine klare Struktur zu entwickeln. Dies kann erst dann geschehen, wenn sich in Deutschland auch ab einem bestimmten Niveau mit dem Dartsport der Lebensunterhalt verdienen lässt. Hiervon, so scheint es, ist der Sport gar nicht mehr allzu weit entfernt. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob es uns in Deutschland gelingt, im Dartsport zur Weltelite vorzudringen. Das Potenzial ist vorhanden – es muss nur ausgeschöpft werden.

 

Text: Alex Krist / myDartpfeil

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